„In der Wesermarsch eine Rolle spielen? Na klar!“,

so lautet im Ergebnis die Zusammenfassung der Veranstaltung zum Projekt

„Rollenspiele – Über Geschlechterrollen gemeinsam reden“,

der Bildungsregion Wesermarsch, die am Sonntag, den 31.03.2019 von 14-17.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Nordenham stattgefunden hat.

Am Sonntag, 31.3.19, sind auf Einladung der Bildungsregion und des Refugiums Wesermarsch im Mehrgenerationenhaus in Nordenham 16 Männer mit Fluchterfahrung zusammenzukommen, um an dem Projekt „Rollenspielen – Über Geschlechterrollen gemeinsam reden“ teilzunehmen.
In lockerer Atmosphäre und mit guter Stimmung zeigten sie sich engagiert sowohl in den Diskussionsrunden als auch an den Kickertischen. Manfred Brink, pädagogischer Mitarbeiter der niedersächsischen Bildungs- und Beratungsstelle zu Geschlechtergleichstellung und Migration „G mit Niedersachsen“ (VNB e.V.) und Konzeptentwickler von „Rollenspielen“ übernahm die Moderation der Gesprächsrunden und tauschte sich mit den Teilnehmern über Zukunftswünsche und Rollenvorstellungen aus.

Mit einer Raterunde über den Moderator, die er mit Fragen wie „Was kann ich im Haushalt gut?“, „Wer verdient mehr? Meine Partnerin oder ich?“, einleitete, wurden nicht nur Distanzen abgebaut, sondern auch erste Rollenklischees auf den Kopf gestellt und gezeigt, dass es zur echten Geschlechtergleichstellung auch in Deutschland noch ein weiter Weg ist.

Im Anschluss an diese gemeinsame Auflockerung haben sich die Männer mit eigenen Identitätspunkten auseinandergesetzt. Was wünschen sie sich? Was macht sie glücklich? Die Punkte, die sie aufgeschrieben und am Flipchart platziert haben, enthalten mehrheitlich Begriffe wie Familie, Freunde und Arbeit, Schule oder Studium. Auch die Diskussion macht an diesem Nachmittag immer wieder deutlich, dass echte Teilhabe und ein zufriedenes Leben aus Sicht der Teilnehmer vor allem an Bildung und den Zugang zum Arbeitsmarkt geknüpft sind. Entsprechend niedergeschlagen äußern sich manche dann auch über den unsicheren Aufenthaltsstatus, fehlende Arbeitserlaubnisse oder Zeitverträge, die kurz vor Ablauf jeweils immer nur um drei weitere Monate verlängert werden und langfristige Planungen und Perspektiven erschweren – nicht nur aus ökonomischer Sicht. Männlichkeit, so zeigt sich nämlich, wird von den Teilnehmenden sehr stark auch mit beruflichem Erfolg assoziiert und der Möglichkeit, der Familie als Ernährer „etwas bieten“ zu können. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass insbesondere die jüngeren Anwesenden dabei nicht auf eine starre Geschlechterrollenverteilung beharren, sondern ihre Ansichten zu innerfamiliären Rollenerwartungen und -aufteilungen so heterogen sind wie die Männer selbst. So betonte etwa ein junger Syrer bei dem in einer folgenden Diskussionsrunde angesprochenen Thema „Frauenrechte“ nochmal ganz deutlich, dass das Selbstbestimmungsrecht der Frau in seiner Herkunftsstadt Damaskus genauso selbstverständlich gelebt wurde wie in Deutschland.

Natürlich wurde aber nicht nur diskutiert, sondern auch Tischfußball gespielt. Der besondere Spielmodus des Bremer Startups „flixen“, mit dem das Turnier gespielt wurde, konnte schnell und einfach vermittelt werden und brachte immer wieder neue Teamkonstellationen zusammen. Wer mehrmals gewonnen hatte, wurde einem ergebnisschwächeren Spieler zugelost. Dieser Modus sorgte dafür, dass unter den Teilnehmern viel spielerischer Wechsel und zwischenmenschlicher Austausch stattfand. Im spannenden Finale konnten sich schließlich Mohammad und Merwais als glückliche Gewinner durchsetzen. Nach einem kurzen Augenblick des Ärgers gratulierten auch die unterlegenen Gegenspieler genauso herzlich wie die anderen Teilnehmer, so dass sich der faire und respektvolle Umgang während der Veranstaltung bis zum Ende durchzog.

Katja Schaeffer, Koordinatorin der Bildungsangebote für Neuzugewanderte des Landkreises, die das von der Bildungsregion Wesermarsch, dem Refugium und dem Mehrgenerationenhaus der Caritas initiierte Projekt betreut hat, zeigt sich deshalb auch zufrieden mit der Veranstaltung und kann sich ähnliche Formate unter Einbezug von Männern (oder Frauen), die schon länger oder immer in Deutschland leben, gut als eine Art Begegnungsprojekt vorstellen:

„Das Konzept von Rollenspielen ist super und lässt sich alle möglichen Gruppen übertragen, weil es nicht so belehrend und theoretisch daherkommt, sondern ganz praktisch erlebbar macht, dass wir am Ende des Tages alle nur Menschen sind und trotz aller Vielfalt ziemlich ähnliche Wünsche und Hoffnungen an das Leben haben“. 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

LK Wesermarsch - K.Kleemann

Landkreis Wesermarsch
Poggenburger Straße 15
26919 Brake

Telefon:  04401 927-0
Telefax:  04401 3471
E-Mail:
landkreis-wesermarsch@lkbra.de

Allgemeine Öffnungszeiten:
Mo. - Fr.    08:30 - 12:00 Uhr
Mo. - Do.  14:00 - 15:30 Uhr
und nach Vereinbarung



>> Öffnungszeiten der

      Zulassungsstellen

     Service der Kfz-Zulassung:
     Online-Ticket buchen

Breitbandversorgung

Ausbau eines hochleistungsfähigen Internets in ländlichen Gebieten.

Themen-Karten der Wesermarsch

Telefon GIS Büro: 04401 927-348


>> zum Geoportal - Terragis