Blei im Trinkwasser in Nordenham-Einswarden

Aus aktuellem  Anlass nimmt das Gesundheitsamt des Landkreises Wesermarsch Stellung und gibt hiermit Antworten zur Thematik "Blei im Trinkwasser":

  1. Wie hoch ist der Grenzwert und wie hoch sind die gemessenen Bleiwerte?

    Der Grenzwert von Blei im Trinkwasser ist 0,010 mg/l

    Ergebnisse der gestaffelten Stagnationsprobe ergaben:

       Das Wasser aus dem Netz hat einen Wert von 0,007 mg/l Blei
       Der erste Liter nach Stagnation ergab einen Wert von 0,08 mg/l Blei
       Der zweite Liter nach Stagnation ergab einen Wert von 0,013 mg/l Blei


  2. Kann der Landkreis ausschließen, dass das Trinkwasser außer in dem beprobten Haus an der Friesenstraße in weiteren Einswarder Häusern durch alte Bleileitungen fließt?

    Nein. Das Gesundheitsamt wurde durch einen Bürger darauf aufmerksam gemacht, dass im Keller des von ihm bewohnten Mietshauses noch Bleirohre im Trinkwasserversorgungssystem verlegt sind. Eine in diesem Haus durch das Gesundheitsamt veranlasste sog. „gestaffelte Stagnationsprobe“ ergab eine Überschreitung des Blei-Grenzwertes (siehe Frage 1).


  3. Wer ist für die Einhaltung der Grenzwerte des Trinkwassers zuständig und verantwortlich?

    Verantwortlich für die Qualität und die Einhaltung von Grenzwerten ist bis zur Übergabestelle (Wasseruhr) der Wasserversorger. Innerhalb des Gebäudes sind die Hauseigentümer/Vermieter dafür verantwortlich, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.


  4. Welche Maßnahmen wurden vonseiten des Gesundheitsamtes bereits ergriffen und welche sind vorgesehen?

    Das Gesundheitsamt ist nicht zuständig für die Überprüfung von Trinkwasserleitungen in privaten Objekten und daher darauf angewiesen, dass sich Bürger – wie in diesem Fall – an das Gesundheitsamt wenden, wenn sie den Verdacht haben, die Qualität ihres Trinkwassers ist nicht gegeben.
    Das Gesundheitsamt hat die betroffenen Mieter persönlich sowie mit Informationszetteln vor Ort informiert. Außerdem wurden die Hausverwaltungen, die in engem Kontakt mit den zuständigen Eigentümern stehen, informiert und auf ihre gesetzlichen Pflichten hingewiesen. Falls notwendig, können und werden entsprechende Maßnahmen angeordnet, damit die Grenzwerte bei der Trinkwasserversorgung einhalten werden.


  5. Was empfiehlt das Gesundheitsamt betroffenen Mietern?

    Das Gesundheitsamt hat sowohl die Mieter des Gebäudes mit nachgewiesener Grenzwertüberschreitung als auch präventiv die Mieter in Gebäuden, in denen Bleileitungen vorgefunden wurden, informiert. Dieses betrifft insgesamt 24 Haushalte in 6 Wohnblocks.

    Das Wasser aus der Wasserleitung sollte nach Empfehlung des Gesundheitsamtes des Landkreises Wesermarsch nicht zum Trinken und auch nicht zum Kochen bzw. zur Zubereitung von Nahrungsmitteln und zum Zähneputzen verwendet werden. Für andere Zwecke wie die Körperreinigung oder die Toilettenspülung u.ä. ist das Wasser verwendbar.

    Auch in diesem Zusammenhang wurden die Eigentümer auf ihre gesetzlichen Pflichten hingewiesen. Dieses kann gegebenenfalls auch einen kurzfristigen Ersatz der Wasserversorgung einschließen.
    Gleichzeitig steht das Gesundheitsamt allen besorgten Bürgern für Auskünfte bereit. Telefonisch ist das Gesundheitsamt montags bis freitags in der Zeit von 8:30 Uhr bis 12:00 Uhr sowie montags bis donnerstags von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr unter der Nummer 04401-927511 zu erreichen. Per Mail ist das Gesundheitsamt unter gesundheitsamt@lkbra.de zu erreichen.


  6. Ist die Blei-Gefahr im Trinkwasser bekannt?

    Das Problem der Verwendung von Blei in Trinkwasserleitungen ist generell bundesweit bekannt. Um die notwendige Bleisanierung insbesondere privater Wohngebäude voranzutreiben, hatte die niedersächsische Landesregierung im Jahr 2004 auf Basis einer Landtagsentschließung ein Programm zur Bleisanierung initiiert, welches knapp ein Jahr nach der Grenzwertsenkung im Jahr 2014 beendet wurde. Dieses hatte 4 Bausteine (siehe Internet-Seite des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes: „Niedersächsisches Blei-Programm (2004-2014)“: Da Zahlen für Niedersachsen nicht vorhanden waren (obwohl bundesweit mit bis zu 10 % Bleileitungen gerechnet wurde) wurde die Umsetzung eines „Katasters“ für Niedersachsen geprüft, jedoch aus rechtlichen und praktischen Gründen verworfen. Insofern gibt es keine Erkenntnisse darüber, wie verbreitet dieses Problem ist.

    Durch den öffentlichen Gesundheitsdienst wurde 2004 – 2014 eine freiwillige – für Risikohaushalte kostenfreie Screening-Untersuchung auf Blei im Trinkwasser angeboten. Außerdem wurden öffentliche Gebäude stichprobenartig durch die kommunalen Gesundheitsämter überwacht. Diese Aktivitäten wurden durch Gründung einer „Arbeitsgemeinschaft Bleisanierung“ und umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit begleitet.


  7. Wie viele Häuser mit Bleileitungen gibt es noch in Nordenham?

    Dieses ist dem Gesundheitsamt nicht bekannt, da die Verantwortlichkeit und Zuständigkeit bei den Vermietern liegt (siehe Frage 3) und eine systematische Erfassung (siehe Frage 6) nicht vorliegt.


  8. Hatte der Fachdienst Gesundheit in der Vergangenheit schon häufiger mit bleibelastetem Trinkwasser bzw. Bleirohren zu tun?

    Nein
LK Wesermarsch - K.Kleemann

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