Stellungnahme zur Absage des Osterfeuers Strohausen

Der Landkreis Wesermarsch tritt bezüglich der Absage des Osterfeuers Strohausen der öffentlichen Darstellung entschieden entgegen: „Der Landkreis Wesermarsch hat weder gegenüber dem Bürgerverein noch gegenüber der Gemeinde grundsätzliche Bedenken gegen das Abbrennen des Osterfeuers Strohausen ausgesprochen. Von daher ist die Entscheidung des Bürgervereins bedauerlich, die benannten Auflagen im Umgang mit diesem Osterfeuer sind jedoch der besonderen Lage an einem wertvollen Schutzgebiet geschuldet, stellen aber kein grundsätzliches Verbot für dieses oder gar andere Osterfeuer in der Wesermarsch dar“, betont Matthias Wenholt, Umweltdezernent des Landkreises Wesermarsch.

Aufgrund der öffentlich diskutierten Kritik am Standort des Osterfeuers in Strohausen im letzten Jahr hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch bereits im Herbst 2019 mit dem Bürgerverein das Gespräch gesucht, um hier eine einvernehmliche Lösung für den besonderen Brennplatz zu finden. Am Rande des Schutzgebietes sind neben den allgemeinen Auflagen zur Sicherstellung des Schutzes von Menschen, Tieren und Sachgütern auch die naturräumlichen Gegebenheiten besonders zu berücksichtigen. Um eine Gefährdung insgesamt auszuschließen und eine Sicherstellung des Gebietsschutzes zu gewährleisten, wurden folgende Maßnahmen als notwendig angesehen:

  • Es werden keine Feuerwerkskörper in das Schutzgebiet abgeschossen.
  • Laser- und Lichtstrahlen werden nicht in das Gebiet gelenkt.
  • Das Schutzgebiet wird (wie in Vorjahren) abgesperrt und nicht betreten.
  • Das Brennmaterial sollte ein Volumen von maximal 150 Kubikmetern nicht überschreiten.
  • Das Schutzgebiet hinter dem Deich wird nicht mit Musik beschallt.


In der Vergangenheit gab es durch das Osterfeuer keine Beeinträchtigungen von besonders geschützten Brutvogelarten in dem Naturschutzgebiet. Aufgrund der Nähe zum Feuer ist aber im letzten Jahr durch Hitzeentwicklung Röhricht im Schutzgebiet niedergebrannt, sodass es erforderlich war, hier über entsprechende Schutzmaßnahmen nachzudenken.

Grundsätzlich obliegt die Genehmigung eines Osterfeuers den Gemeinden als zuständige Gefahrenabwehrbehörden. Darum stimmt sich die Kreisverwaltung, insbesondere die Untere Naturschutzbehörde, regelmäßig mit den Ordnungsämtern darüber ab, wie bei Osterfeuern nicht nur die allgemeinen Auflagen des Brandschutzes, sondern auch der Artenschutz berücksichtigt werden kann. Die wirkungsvollste Methode, Tiere, die sich in Osterfeuern eingenistet haben, zu schützen, ist die Umschichtung des Brennmaterials wenige Tage vor dem Abbrennen. Eine alternativlose Auflage, die zwar mit Aufwand für die Veranstalter und damit die Mitglieder der engagierten Vereine verbunden ist, die jedoch nach Eindruck des Landkreises alle nachvollziehen können.

Der Landkreis schließt sich seit 2012 unverändert den Empfehlungen eines Merkblattes des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, des Niedersächsischen Innenministeriums, der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren und der Arbeitsgemeinschaft vorbeugender Brandschutz in Niedersachsen an.

„Aus Sicht des Landkreises bildet dieses Merkblatt eine sinnhafte und nachvollziehbare Grundlage zur Vorgabe von Auflagen zur Durchführung eines Osterfeuers“, so Wenholt, der damit der Darstellung überhöhter oder gar willkürlicher Auflagen entgegentritt.
Die Thematik der Brauchtumsfeuer erfordert aus Sicht des Landkreises Wesermarsch immer ein sorgfältiges Abwägen der Belange der Förderung und Durchführung von Veranstaltungen der Heimatpflege und des Brauchtums und den Schutzgütern von Mensch und Umwelt – angefangen bei der Gesundheit des Menschen bis hin zu Werten wie Denkmalschutz, Brandschutz, Immissionsschutz, Abfallrecht und dem Schutz von Flora und Fauna.
„Unser Ziel ist es, dass alle Brauchtumsveranstaltungen wie gewohnt stattfinden können und gleichzeitig die Besonderheit der Natur gewahrt bleibt und nicht beeinträchtigt wird“, so Wenholt. Verständnis für die Entscheidung des Bürgervereins besteht gleichwohl, weil weder der Landkreis Wesermarsch noch der Veranstalter garantieren können, dass das Osterfeuer mit seiner einzigartigen Lage im Vordeich auf der Grenze des Naturschutzgebietes immer sicher abgebrannt werden kann.

Die von anderen Veranstaltern, insbesondere aus der Gemeinde Stadland, geäußerte Befürchtung, dass nun die Osterfeuer generell nicht mehr stattfinden dürfen oder mit zu hohen Auflagen versehen werden, besteht nicht, betont die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch. Die nach wie vor konstante Anzahl der Osterfeuer innerhalb des Landkreises und der Umstand, dass bisher alle Osterfeuer ohne Schäden an Mensch, Natur oder Sachgütern durchgeführt werden konnten, seien ein Beleg dafür, dass die Auflagen und Vorsichtsmaßnahmen wirksam sind und die Veranstalter das Abbrennen entsprechend sorgsam durchführen.

 

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LK Wesermarsch - K.Kleemann

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